Gastbeitrag: Was wird aus der Schülerzeitung

Veröffentlicht: 15. November 2011 von http://www.accountkiller.com/removal-requested in 4. Medien, 4.4. Femdartikel
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Eigentlich ist es schon recht lange her, dass die Schülerzeitung ihre 1. Auflage hat erscheinen lassen. Seit dem hat sich ziemlich viel getan. Nicht unbedingt zum Guten hat sich so einiges verändert. Doch um das alles verstehen zu können muss vielleicht ein wenig ausgeholt werden. Schule und soziale Arbeit so hört man oft, passe nicht zusammen. Zu unterschiedlich seien die Intentionen und nicht zuletzt auch die Herangehensweisen. Dennoch verlangt es unter anderem auch der Gesetzgeber, dass Schule und Jugendarbeit sich annähern und gemeinsam die Lebenswelt „Schule“ der Kinder und Jugendlichen gestalten und prägen. Im Rahmen dieser schulbezogenen Jugendarbeit hatte ich mir ein Konzept zu einer freien Schülerzeitung überlegt. Frei in dem Sinne, dass sie einzig den geltenden Richtlinien des Journalismus, dem sogenannten Pressekodex, verpflichtet ist und sich nicht der Zensur durch irgendwelche Organe unterwerfen muss. Aus eigener Erfahrung wußte ich bereits, dass Lehrer und Schulleitung gerne ein Wörtchen mit zu reden haben, wenn es um die sogenannte Schülerzeitung in AG Form geht. Binnen weniger Wochen hatte ich genügend Informationen beisammen und es wurde durch den Träger der „Villa Kunterbunt“, also der Johanniter Unfall-Hilfe e.V., eine Vorfinanzierung für Ausstattung und Druck bewilligt. Nun hieß es nur noch, dass Konzept an die Schule bringen. Genau dieser Punkt gestaltete sich schwieriger als ich es mir hätte vorstellen können. „Nicht geeignet für die Schule“ und „mit unseren Schülern nicht vorstellbar“, waren da wohl noch die netteren Kommentare, die mir entgegen schlugen. Meiner bitte, doch wenigstens das Angebot in den Klassen publik zu machen und die von mir angefertigten Flyer auszuteilen wurde natürlich zugestimmt, jedoch ist nie einer dieser Flyer in irgendeiner Klasse angekommen. Die Mund-zu-Mund Propaganda hat auch nicht viel gebracht und so sah es beinahe danach aus, als müsste das Projekt noch vor Beginn eingestellt werden. Ich möchte mich auch nicht weiter darüber auslassen, ob bereits hier das Scheitern einer guten Zusammenarbeit zwischen der offenen Jugendarbeit und der lokalen Schule abzusehen ist, denn dafür bin ich der falsche Ansprechpartner, dass bewertet hoffentlich irgendwann der Jugendhilfeausschuss und zieht daraus seine Schlüsse. Ich und das Projekt Schülerzeitung können jedenfalls vom Glück reden, dass es noch eine Grundschule und eine engagierte Schüleiterin obendrein gibt, die mehr als begeistert von dem Vorschlag war, die für eine Regelschule geplante Schülerzeitung  um zu strukturieren und mit ihren dritten und vierten Klassen umzusetzen. Natürlich bedeutete dies mehr Arbeit und mehr Zeit. Zeit, die sich allerdings gelohnt hat. Zeit die ich im Nachhinein sehr gerne investiert habe. Es machte riesen Spaß zu beobachten, wie die Jungs und Mädchen ihre Ideen umsetzten und sich am Umgang mit dem PC erfreuten. Heraus kam eine von Kinder gemachte, kindliche Schülerzeitung, die voll gepackt war mit dem was, die Schüler interessiert hat. Die Kinder waren an jedem einzelnen Bestandteil beteiligt. Sie entschieden über den Namen, über die Seitengestaltung, über Bilder und nicht zuletzt über den Preis. Natürlich mussten sie auch den Verkauf selber gestalten. Doch dann hatten sie ihre Zeitung erfolgreich an den Mann gebracht. Leider (natürlich nur für die Schülerzeitung) wechselten viele der Teilnehmer nach dem Schuljahr an das Gymnasium und haben nun keine Zeit mehr für die Schülerzeitung. Da ich nicht mehr darauf vertraue, mit der Schulleitung der Regelschule einen Konsens zu finden, was deren Beteiligung an der Schülerzeitung angeht und ich auch nicht gewillt bin, wieder einen Schritt nach vorn zu machen, muss ich mit dem Arbeiten was übrig blieb. Vier Regelschüler haben sich aus freien Stücken gefunden und widmen sich dem Projekt jetzt in ihrer Freizeit außerhalb des Schulbetriebes. Positiv daran ist, dass die Schule kein Mitsprache Recht hat und es auch nicht bekommen wird. Negativ ist natürlich der Arbeitsaufwand, der für die vier entsteht. Daher wird es in Zukunft einen Blog geben. Die Beiträge, die hier entstehen werden dann, je nach Bedarf, gedruckt und verkauft. Natürlich sind auch weiterhin aktive Mitglieder gern gesehen, die an diesem Projekt mitwirken wollen. Noch ein paar Angaben zum Blog selber: Leider hat er noch keinen Namen und kann noch keine Beiträge vorweisen. Erstmal muss sich in die Materie eingelebt werden, die Kinder sollen das Online Arbeiten erleben und kennen lernen. Wir werden uns den Blog auf Blogger.com einrichten. Zwar sind wir dort in den Möglichkeiten etwas eingeschränkt, aber dafür halte ich es für Bedienerfreundlich und leicht erlernbar. Was die Themen angeht, so kann ich da nicht viel zu sagen, da dies von den Autoren abhängt und ich da auch keinen Einfluss drauf nehmen möchte. Inhaltlich muss man immer davon ausgehen, dass es sich um schreibende Kinder handelt, die uns die Welt so präsentieren, wie wir sie die Welt erleben lassen. Für die Zukunft sind auch kleine Fremdprojekte geplant. Hier ist vom Podcast bis zum gedrehten Film alles denkbar, doch zu aller erst muss der Grundstein gelegt werden und ich hoffe, dass sich einige der Villa Freunde ebenso daran erfreuen, wie ich mich an der ersten Ausgabe der Schülerzeitung erfreut habe. Und vielleicht sieht auch die Schule irgendwann, dass ihre Schüler durchaus in der Lage sind ein eigenes, für sie sprechendes Medium zu gestalten und durchzusetzen und möchte sich dann vielleicht auch daran beteiligen.

 

In diesem Sinne noch ein ruhiges Jahr🙂

 

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